Bezirksliga Mittelrhein: Saison 2025/26

Die Bezirksliga Mittelrhein im Überblick: Staffeln, Vereine, Spielbetrieb und aktuelle Entwicklungen in der Saison 2025/26.

Die Bezirksliga Mittelrhein ist eine der wichtigsten Spielklassen im Fußballverband Mittelrhein (FVM). Sie bildet die siebte Ligaebene im deutschen Fußball-Ligasystem und stellt den Übergang zwischen dem rein lokalen Kreisspielbetrieb und den überregionalen Ligen dar. Für viele Vereine in der Region ist die Bezirksliga das höchste realistische sportliche Ziel, gleichzeitig ist sie Sprungbrett für ambitionierte Klubs auf dem Weg in die Landesliga.

Der Fußballverband Mittelrhein

Der Fußballverband Mittelrhein (FVM) ist einer von drei Fußballverbänden in Nordrhein-Westfalen und gehört zum Westdeutschen Fußball- und Leichtathletikverband (WFLV). Das Verbandsgebiet umfasst die Regierungsbezirke Köln und Teile von Düsseldorf und erstreckt sich von der belgischen Grenze im Westen bis zum Bergischen Land im Osten, von Aachen im Südwesten bis Leverkusen im Norden.

Der FVM organisiert den Spielbetrieb in folgenden Spielklassen:

LigaEbeneBemerkung
Mittelrheinliga5 (Oberliga)Höchste FVM-Liga
Landesliga Mittelrhein (2 Staffeln)6
Bezirksliga (4-5 Staffeln)7
Kreisliga A8Kreisebene
Kreisliga B9Kreisebene
Kreisliga C10Kreisebene

Die Bezirksliga-Staffeln

Die Bezirksliga Mittelrhein ist in mehrere Staffeln unterteilt, die sich an den Kreisgebieten orientieren. In der Saison 2025/26 gibt es folgende Staffeln:

  • Staffel 1 (Aachen): Vereine aus der Städteregion Aachen und dem Kreis Düren
  • Staffel 2 (Köln): Vereine aus Köln und dem Rhein-Erft-Kreis
  • Staffel 3 (Berg): Vereine aus dem Rheinisch-Bergischen und Oberbergischen Kreis
  • Staffel 4 (Sieg): Vereine aus Bonn, dem Rhein-Sieg-Kreis und dem Kreis Euskirchen

Jede Staffel umfasst in der Regel 14 bis 16 Mannschaften, die im klassischen Hin- und Rückrundenformat gegeneinander antreten. Der Staffelsieger steigt in die Landesliga auf, die letzten Mannschaften steigen in die Kreisliga A ab.

Staffel 1: Bezirksliga Aachen

Die Staffel 1 ist für die Städteregion Aachen die relevante Bezirksliga-Staffel. Hier spielen Vereine aus Aachen, Würselen, Herzogenrath, Alsdorf, Baesweiler, Eschweiler und den umliegenden Gemeinden. Die Staffel umfasst auch Vereine aus dem Kreis Düren und teilweise aus dem Kreis Heinsberg.

Typische Teilnehmer

Zu den regelmäßigen Teilnehmern der Bezirksliga Aachen gehören traditionsreiche Vereine, die seit Jahrzehnten im regionalen Fußball verankert sind. Viele dieser Vereine haben eine lange Geschichte und prägen den lokalen Fußball seit Generationen.

In der Bezirksliga treffen ambitionierte Aufsteiger aus der Kreisliga A auf etablierte Mannschaften, die seit Jahren in dieser Klasse spielen. Die Leistungsdichte ist hoch, und die Tabelle ist oft bis zum letzten Spieltag spannend — sowohl im Aufstiegs- als auch im Abstiegskampf.

Spielbetrieb und Besonderheiten

Die Bezirksliga-Spiele finden überwiegend sonntags statt, wobei in der Staffel Aachen auch Samstagsspiele nicht unüblich sind. Die Spielstätten reichen von gepflegten Kunstrasenplätzen mit kleiner Tribüne bis hin zu klassischen Aschenplätzen — obwohl Letztere inzwischen selten geworden sind.

Ein Merkmal der Bezirksliga ist die höhere taktische und spielerische Qualität im Vergleich zur Kreisliga . Die Mannschaften trainieren häufiger (oft drei- bis viermal pro Woche), viele Vereine haben einen lizenzierten Trainer, und die Spieler bringen teilweise Erfahrung aus höheren Spielklassen mit.

Saison 2025/26: Allgemeine Lage

Die Saison 2025/26 in der Bezirksliga Mittelrhein begann im August 2025. Nach der Winterpause wurde der Spielbetrieb im Februar 2026 wieder aufgenommen. Die Witterungsbedingungen im Rheinland sind dabei ein ständiger Faktor — Spielausfälle wegen Regen oder Frost sind in den ersten Wochen nach der Winterpause keine Seltenheit.

Einige Trends prägen die aktuelle Bezirksliga-Saison:

  • Kunstrasenplätze setzen sich weiter durch. Immer mehr Vereine tragen ihre Heimspiele auf Kunstrasen aus, was den Spielbetrieb wetterunabhängiger macht und die Platzqualität erhört.
  • Spielgemeinschaften nehmen zu. Besonders in ländlichen Gebieten schließen sich Vereine für den Spielbetrieb zusammen, um genügend Spieler stellen zu können.
  • Trainerwechsel sind auch in der Bezirksliga häufig. Bereits zur Winterpause haben mehrere Vereine ihre Trainer ausgetauscht, was zeigt, dass auch im Amateurbereich der Ergebnisdruck steigt.

Weg in die Landesliga

Der Aufstieg aus der Bezirksliga in die Landesliga ist für viele Vereine ein realistisches Saisonziel. Der Staffelsieger steigt direkt auf, in manchen Saisons gibt es zusätzlich einen Relegationsplatz für den Zweitplatzierten.

Der Sprung in die Landesliga bedeutet für einen Verein eine deutliche Steigerung der Anforderungen: längere Auswärtsfahrten, stärkere Gegner und höhere Kosten für Schiedsrichter und Spielbetrieb. Manche Vereine entscheiden sich bewusst dagegen, den Aufstieg anzunehmen, wenn die infrastrukturellen und finanziellen Voraussetzungen nicht gegeben sind.

Zuschauer und Atmosphäre

Die Zuschauerzahlen in der Bezirksliga sind erwartungsgemäß überschaubar, aber keineswegs zu unterschätzen. Spitzenspiele und Derbys ziehen regelmäßig 200 bis 500 Zuschauer an, vereinzelt auch mehr. Besonders Aufstiegsspiele am Ende der Saison oder traditionsreiche Lokalderbys füllen die Sportplätze.

Die Atmosphäre ist familiärer als in den höheren Ligen. Am Spielfeldrand stehen Familienangehörige neben Vereinsmitgliedern und neutralen Zuschauern. Die Vereinsgaststätte oder der Imbissstand bieten die obligatorische Bratwurst, und nach dem Spiel wird gemeinsam gefachsimpelt.

Im Vergleich zu den Kreisligen ziehen Bezirksligaspiele ein breiteres Publikum an. Das liegt zum einen an der höheren Spielqualität, zum anderen an der größeren medialen Präsenz: Lokale Zeitungen und Online-Portale berichten regelmäßig über den Bezirksliga-Spielbetrieb, und die Ergebnisse erscheinen in den regionalen Sportnachrichten. Für viele Fußballfans in der Region ist die Bezirksliga die höchste Spielklasse, die sie regelmäßig live verfolgen.

Schiedsrichter in der Bezirksliga

Im Gegensatz zur Kreisliga , wo oft nur ein einzelner Schiedsrichter auf dem Platz steht, werden Bezirksligaspiele in der Regel von einem Schiedsrichter-Gespann geleitet. Ein Hauptschiedsrichter und zwei Schiedsrichterassistenten sorgen für eine bessere Spielleitung, insbesondere bei Abseitsentscheidungen.

Die Schiedsrichter in der Bezirksliga sind erfahrener als in den Kreisligen. Viele von ihnen streben eine Karriere in höheren Spielklassen an und nutzen die Bezirksliga als Ausbildungsstufe. Der Fußballverband Mittelrhein setzt Schiedsrichterbeobachter ein, die die Leistung der Unparteiischen bewerten und Förderempfehlungen aussprechen.

Trotzdem leidet auch die Bezirksliga unter dem allgemeinen Schiedsrichtermangel. An manchen Spieltagen fehlen Assistenten, und gelegentlich müssen Spiele mit nur einem Schiedsrichter ausgetragen werden. Der FVM wirbt aktiv um neue Schiedsrichteranwärter und bietet regelmäßig Neulingslehrgänge an.

Training und Fitness in der Bezirksliga

Die Anforderungen an die körperliche Fitness der Spieler sind in der Bezirksliga höher als in der Kreisliga. Mannschaften trainieren hier in der Regel drei- bis viermal pro Woche, oft unter Anleitung eines lizenzierten Trainers. Athletiktraining, taktische Übungen und Spielformen sind feste Bestandteile der Trainingsplanung.

Viele Spieler in der Bezirksliga haben in ihrer Jugend in höheren Ligen gespielt und bringen entsprechende technische Fähigkeiten mit. Die Qualität des Spiels ist merklich höher als in der Kreisliga, auch wenn der Abstand zu den Landesligen weiterhin deutlich ist.

Taktisch arbeiten Bezirksligatrainer systematischer als ihre Kollegen in den Kreisligen. Videoanalysen sind noch selten, aber gezielte Gegnerbeobachtung und taktische Vorbereitung auf den nächsten Spieltag gehören zum Standard. Die Formationen sind variabler, und viele Mannschaften können während des Spiels zwischen verschiedenen Systemen wechseln.

Ehrenamt und Vereinsarbeit

Auch in der Bezirksliga wird der Spielbetrieb maßgeblich durch ehrenamtliches Engagement getragen. Vereinsvorstände, Platzbetreuer, Mannschaftsbetreuer und zahlreiche weitere Helfer sorgen dafür, dass jeden Spieltag alles reibungslos funktioniert. Die Anforderungen sind in der Bezirksliga höher als in den Kreisligen: Gastvereinen muss ein angemessener Empfang bereitet werden, die Platzbedingungen müssen stimmen, und die organisatorischen Vorgaben des FVM müssen eingehalten werden.

Die Finanzierung der Bezirksligavereine erfolgt überwiegend aus Mitgliedsbeiträgen, Sponsoring lokaler Unternehmen und Einnahmen aus Vereinsveranstaltungen. Die Budgets sind größer als in der Kreisliga, reichen aber selten für professionelle Strukturen. Die Vereinsarbeit bleibt eine Gemeinschaftsleistung vieler Ehrenamtlicher.

Fazit

Die Bezirksliga Mittelrhein ist eine spannende und anspruchsvolle Spielklasse, die den Übergang zwischen Breitensport und ambitioniertem Amateurfußball markiert. Für die Region Aachen bietet die Staffel 1 Woche für Woche attraktive Spiele mit regionaler Bedeutung. Wer sich für die lokale Fußballlandschaft interessiert, findet in der Bezirksliga das richtige Niveau: kompetitiv genug, um spannend zu sein, aber nah genug an der Basis, um den Charme des Amateurfußballs zu bewahren. Die Vereine der Städteregion Aachen bieten dabei einen idealen Einstiegspunkt, um den regionalen Fußball hautnah zu erleben.